Renaturierung im schrumpfenden Osten

Renaturierung wird in Ausgabe 13 des Stern als Antwort auf den Bevoelkerungsrueckgang im strukturschwachen Osten verhandelt. So erschreckend diese Option auch zu sein scheint, ist das eigentlich nur die konsquente Folge der anhaltenden Bevoelkerungsflucht und des um sich greifenden Leerstands in weiten Teilen des Ostens, der bei weitem nicht nur Plattenbauten sondern vor allem auch viele Immobilien der Nachwendephase betrifft, die im Glauben an den allgemeinen Aufschwung und mit Hilfe staatlicher Subventionen geschaffen wurden. Dass der Osten ausblutet und vergreist ist in weiten Teilen des Landes mehr als offensichtlich, nicht zuletzt durch die Vielzahl der leerstehenden und langsam vermodernden Industriebauten, LPG-Gehoeften und Unmengen von Alt- und Neubauwohnraums. Den Aufschwung haben sich viele anders vorgestellt und der Kreislauf in den Wirtschaftsflaute und die Abwanderung des intellektuellen Potentials da gestrudelt sind, scheint nur schwer zu durchbrechen. Nach Zusammenbruch des Ostens ist dies aber vielleicht auch nur logische Konsequenz, da mit dem Osten auch die Unterstuetzung fuer die kuenstlich geschaffenen und am Leben erhaltenen Ballungsgebiete, wie z. B. Bitterfeld oder Eisenhuettenstadt, weggebrochen sind. Ballungsgebiete, die ohne planwirtschaftliche Urbanisierung und systematische Aufbauhilfe nie so entstanden waeren. Fuer die Einwohner Ostdeutschlands auf jeden Fall ein schwieriger Prozess – vor allem fuer jene, die nicht einfach in strukturstaerkere Regionen abwandern koennen oder wollen. Renaturierung scheint da nicht die schlechteste Alternative zu sein und unterstuetzenswerter, als die Politik der sozialistischen Planwirtschaft fortzufuehren, um sterbende Regionen kuenstlich mit Steuergeldern am Leben zu erhalten. Und nicht zuletzt sind mir Naturschutzgebiete, bluehende Wiesen und Gaensebluemchen lieber als verrottende Industriebrachen und Plattenbauten. Da bleibt dann nur zu hoffen, dass bluehende Wiesen vielleicht auch mehr Touristen anlocken bzw. auch wieder mehr Lebensqualitaet fuer die ausdauernden Immernochossis bedeuten. Und so ueber den Umweg der Renaturierung am Ende auch wieder sowas wie Wohlstand und Aufschwung Einzug haelt. Und in anbetracht der Klimadebatte kann ein begruenter Osten auch nur von Vorteil fuer die CO2-Bilanz Deutschlands sein…

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