Trickski – „Unreality“ (Suol/Rough Trade)


Die Berliner Yannick Labbé und Daniel Becker sind besser bekannt als Trickski und als solche haben sie eine ziemliche musikalische Evolution hinter sich. Nach früheren Detroit-inspirierten und gerne mal jazzigen Ausflügen, auf zum Beispiel Sonar Kollektiv, wurde der eigene Deep House-Ansatz immer weiter tiefer gelegt, bis hin zu den monströs funky schiebenden Slomo-House Tracks der letzten Zeit, die nun konsequent in Unreality kulminieren, dem Debüt-Album der beiden. Langsam verschuffelte Housemonster breiten hier ihre gemächliche Kraft aus und riechen nach intimen Clubs und nicht-endenwollenden After Hours im Liegen, Stehen und nicht zuletzt Tanzen. In ihrer groovenden Langsamkeit generieren Trickskis Tracks auf natürlichste Art und Weise ein Gefühl der kontemplativen Entgrenzung, auf dessen zwanghafter Suche sonst so viele Produktionen sind und woran die meisten gerade aufgrund ihres unbedingten Wollens zwangsweise scheitern. Deepness und nicht zuletzt Vocals produzieren hier einen ganz natürlichen Sex-Appeal, wie zum Beispiel bei „Good Time To Pray“ (mit Ernesto), dem glitzernden „Love Song“ oder „Without You“ (mit Fritz Kalkbrenner) bei dem Fritze beweist, dass er zwar nicht Robert Owens ist, aber seine Stimme durchaus einen ganz eigenen Charme hat. Unreality ist eine Ode an die Langsamkeit auf dem Dancefloor und strotzt gerade deswegen nur so vor Hymnen für die Nacht. SD

(aus Groove No. 131)

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