Ulrich Schnauss & Mark Peters – „Underrated Silence“ (Bureau B/Indigo)

Schweigen ist unterschätzt, davon hat Ulrich Schnauss natürlich einiges zu erzählen. Und trifft dabei auch gelegentlich auf neue Weggefährten, wie Mark Peters, songschreibender Gitarrist der Engineers aus Liverpool. Welten treffen da vielleicht nicht gleich aufeinander, aber Gegensätze schon: Schnauss, der eher improvisierende Shoegazer, Peters der eher strukturierte Songschreiber. Auf Underrated Silence haben sich die beiden im Studio treiben lassen und aus Synthesizer, Klavier, Gitarre und verschüchterten Drum-Computern, Soundwände aufgetürmt, die den Hörer, wie von Schnauss gewohnt, an die Hand nehmen ohne dabei am Anfang immer genau wissen zu müssen, wo die Reise hingeht. Was auch genau das Spannende an Schnauss‘ und Peters‘ fluffig fließenden Improvisationen darstellt. Zehn wattig warme, sanft mäandernde Soundteppiche vereinen repetitive Elfengesänge („Forgotten“), charmante Vangelis-men („Rosen im Asphalt“), oder klassisch schlichte Schönheiten („The Child or the Pigeon“). Ganz besonders herausragend ist dann aber das wunderbar vielschichtige „Ekaterina“, das sich mit samtig weichen Bässen und Harmonien auf eine (lange) Reise macht, und nicht zuletzt „Gift Horse’s Mouth“, bei dem sich sogar ein verschüchtert dubbiger Rhythmus in den Sequenzer verirrt und das gemeinsam mit „Ekaterina“ als kleiner Höhepunkt des Albums funktioniert. Allein für letztere beide Songs muss man das Album lieben. SD

(aus Groove No. 135)

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