Various Artists – „Future Sounds of Jazz Vol. 12“ (Compost/Groove Attack)

Future Sounds of Jazz ist quasi die Mutter aller Fusion-Sound Compilations – früher sagte man wohl mal New Jazz dazu – und war dabei seit Mitte der 90er richtungsweisend und tonangebend. Was damals durchaus als sowas wie ein eigenes Genre durchging, ist inzwischen aufgegangen in einem Wust an Substandards und –genres, wobei aber „Jazz“ als gemeinsamer Nenner die FSOJ-Reihe nach wie vor auszeichnet, was sich auf den 2 CDs der aktuellen und zwölften Ausgabe ziemlich deutlich nachhören lässt. Nach über fünf Jahren Pause besinnt sich Michael Reinboth mit der aktuellen Ausgabe dann auch wieder vollkommen auf die Wurzeln, lässt neuzeitliches Hipstergedöns zwischen Dubstep, Deep House und Disco Edits weitgehend links liegen, um sich ganz auf die Kernkompetenzen zu konzentrieren: analog anmutender Jazz in Verbindung mit teils gebrochenen, teils geraden Beats, immer mit einem Fuß im Club und dem anderen im Jazzkeller. Mit etablierten Acts wie Wareika, Deep Space Orchestra, Dave Aju und vergleichsweise Newcomern wie Lo Tide, Scrimshire oder Letherette, wird der Bogen weit gefasst, ohne sich aber zu weit vom Ursprung zu entfernen. In 2012 scheint der Fokus weniger auf „Future“ als auf Jazz zu liegen – vor allem auf der ersten und etwas gemächlicheren CD – was aber vollkommen in Ordnung geht und dazu führt dass FSOJ Vol. 12 vor allem auch Erinnerungen an die ersten Ausgaben hervorruft, inklusive der damals spürbaren Euphorie für die Frischheit eines Sounds, dessen Einflüsse inzwischen omnipräsent sind. SD

(aus Groove No. 135)

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