Robag Wruhme – „Olgamikks“ (Nachtdigital/Rough Trade)

Gabor Schablitzki alias Robag Wruhme ist neben dem grünen Rechtsabbiegepfeil, dem ostdeutschen Sandmännchen und Spreewälder Gurken wahrscheinlich einer der erfolgreichsten Exportschlager aus den neuen Bundesländern. Aus dem beschaulichen ostdeutschen Örtchen Olganitz kommt das familiäre und stets klein, aber hochklassig fein besetzte Nachtdigital-Festival, das in den letzten zehn Jahren eine fast ebenso steile Karriere hingelegt hat wie Robag selbst. Dessen Karrierekurve war ja zu Beginn der Nuller-Jahre – nach langen Jahren der Aufbauarbeit im thüringischem Untergrund – vor allem im Zuge des durchschlagenden Erfolgs der Freude Am Tanzen-Releases und natürlich seines Wighnomy Brothers-Projekts exponentiell nach oben geschnellt. Und der Parallelen nicht genug, sind sowohl Robag als auch das Nachtdigital bei all dem internationalen Erfolg doch immer voll und ganz ihren Wurzeln treu geblieben. Da liegt es auch nahe, daß Robag als langjähriger Wegbegleiter und Freund des Hauses das Festival nun auch in einer ersten Mix-CD verewigen darf. Das sinnigerweise und in bester Robag-Manier Olgamikks getaufte Set kommt mit 14 knuffigen Edits und Remixes (inklusive drei exklusiver neuer Tracks) von Robag daher, die in einen charmant swingenden Freiluft-Sonnenaufgangs-Flow arrangiert wurden. Modeselektors Ausnahmetrack „The White Flash“ (feat. Thom Yorke) erfährt im Opener durch Robag eine knurspelige Straightness, und dann geht’s weiter mit Fenin, Dntel, Kollektiv Turmstrasse, der wunderbar verhuscht schunkelnden Funkyness von Moenster („This is for you“), Audision („Yellow Sunset“ in einem fabelhaften Edit) oder „No Turning Back“ von Gui Boratto. Gerade bei der letztgenannten Überarbeitung beweist Robag, daß er ungeschlagener Meister darin ist, nicht direkt mit der Tür ins Haus zu fallen, sondern die Arme-in-die-Höhe-Momente solange vor sich hin brodeln zu lassen, bis dann das Break nur noch angedeutet werden muss, um das Fass zum Überlaufen und die Tanzfläche zur kollektiven Hysterie zu bringen. Im Vergleich zu seinen Mix-Ungetümen Wuppdeckmischmampflow, Metawuffmischfelge oder seinem Resident Advisor-Mix ist die Bandbreite hier vielleicht etwas abgegrenzter, aber hey, schließlich geht es hier auch darum, einem Festival ein Denkmal zu setzen, und nicht der eigenen musikalischen Sozialisation. Und irgendwie gelingt ihm hier am Ende doch beides. Gewohnte Qualität voller kleiner Glücksmomente vom Meister der knuddeligen Tracktitel. SD

(aus Groove No. 138)

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