Hauschka – „Salon der Amateure Remixes“ (Fat Cat)

Nachdem Hauschka auf dem 2011 erschienenen „Salon Des Amateurs“ sein präpariertes Piano mit allerlei Materialien aus der Werk- und Spielzeugkiste bearbeitete, um gemeinsam mit diversen Kollaborateuren Techno und House mit einer ganz eigenen, experimentellen Hommage Tribut zu zollen, liegt eigentlich nichts näher, als nun den Spieß umzudrehen, der Elektroniker-Ecke das Feld zu räumen und ihnen die Bühne für ihre Interpretation des Ganzen zu eröffnen. Der Remix des Remix auf gewisse Weise. Narrativ kompakte Techno-Dramen von Michael Mayer („Radar“), Vladislav Delay mit verstörend nervösen ADHD-Drones, wunderbar Chain Reaction-esker Zauber-Dub von Vainquer und krautig meditative Post-Rock-Rhythmen von Toulouse Low Trax (beide „Ping“) passen da genauso ins Bild wie Matthew Herberts rumpelnde Jazz-Grooves („Sunrise“). Nicht immer gelingt alles zur Großtat, so enttäuscht zum Beispiel die vorhersehbar schöngeistige Villalobos/Loderbauer-Interpretation von „Cube“ mit etwas dröge plockerndem Kraut-Jazz, aber trotzdem bleibt eine durchaus sehr gelungene Zusammenstellung von Neuinterpretationen, die sich ebenso frei am Ausgangsmaterial vertun wie Hauschka dies auch mit seinem Piano zu tun pflegt. Trotzdem freu ich mich dann doch schon mal umso mehr auf die nächsten echten Hauschka-Platten. SD

(aus Groove No. 139)

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