Efterklang – „Piramida“ (4AD/Beggars/Indigo)

efterklang

Als wenn die Musik der Dänen von Efterklang nicht schon seltsam schön und eigenwillig genug wäre, haben sich die drei für ihr aktuellstes Werk nun von einem Ort inspirieren lassen, der morbider kaum sein könnte. Pyramida ist nicht nur Name des Albums sondern bezeichnet auch eine verlassene, ehemalige Bergarbeitersiedlung auf Spitzbergen, einem der nördlichsten noch bewohnten Flecken Erde. Wundersamerweise hat sich die Tristesse und Geisterhaftigkeit des Ortes so gar nicht in der Musik niedergeschlagen, die sich durch die gewohnte Efterklang’sche Vielschichtigkeit genauso auszeichnet wie durch unerwartet beschwingte Grooves, die dem Album in Verbindung mit der gewohnt verspielten Multi-Instrumentalität eine sehr eingängige Qualität verpassen. Bläser, Streicher, Klavier, Orgeln, Drums und Field-Recordings vereinen sich mit Casper Clausens Gesang zu einem verträumten Eigenbrötler-Pop, der selbst einem Ort wie Piramidia etwas Hoffnungsvolles abgewinnt. Da schimmert die Verträumtheit von Talk Talk’s „Spirit of Eden“ genauso durch (wie beim wunderbaren „Sedna“) wie eine beschwingt poppige Funkyness, die man von Efterklang im allgemeinen und Piramida im Speziellen nicht unbedingt erwartet hätte, aber den Herren und nicht zuletzt dem Album hervorragend zu Gesicht steht. Und wer Efterklang schonmal live erleben durfte, der sollte wissen dass, was auf Konserve schon begeistert, sich bei den Live-Performances in pure Magie verwandelt. SD

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