CocoRosie – „Tales Of A Grass Widow“ (City Slang)

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Dass die Casady Schwestern zwischen Kunst, Tanztheater, Fashion und Oper auch noch Zeit für regelmäßige CocoRosie-Alben finden, scheint nicht unbedingt selbstverständlich. Und ist umso schöner, als dass ihr bereits fünftes Album Tales Of A Grass Widow tatsächlich für mich zu einem ihrer besten gehört. Die gewohnt versponnene Schrulligkeit und der kindliche Spieltrieb verschmelzen hier so elegant mit rhythmischen Beat-Gerüsten und nicht zuletzt großartigem Songwriting, wie man es sich eigentlich schon von Vorgänger Grey Oceans erhofft hatte. Genauso wie das wunderbare Vorab-Release „Gravediggress“, bei dem Beat-Boxing, Piano-Tupfer und der typisch kauzige CocoRosie-Gesang in einem grandiosen Song münden, sind die elf neuen Songs zugleich spinnert wie eingängig und klingen, wie beim tollen „End of Time“ mit Beat- und Vocoder-Einsatz durchaus auch mal wie die besseren Momente von MIA. Das beste CocoRosie-Album seit Langem macht Lust auf mehr, zum Beispiel in Form der anstehenden Tour oder auch der von Robert Wilson produzierten Bühnenversion von Peter Pan am Berliner Ensemble, für welche die beiden gerade auch noch nebenbei die Musik kreieren. Multitasking in seiner besten Form. SD

(aus Groove No. 142)

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