When Saints Go Machine – „Infinity Pool“ (!K7/Alive)

wsgm

Dänemark geizt ja nicht mit tollen Pop-Exportschlagern, die zeitgeistgerecht zwischen den Stühlen Indie (Efterklang, I Got You On Tape) und Elektronik (Trentemoller, Kaspar Bjorke) sitzen. In diese Kerbe schlagen seit einigen Jahren auch When Saints Go Machine, die mit ihrem lasziv eklektischen Electro-Pop dabei doch veritable Ohrwürmer produzieren. Das neue Album des Kopenhagener Quartetts um Sänger Nikolaj Manuel Vonsild kommt etwas unterkühlter, und synthetischer daher als noch seine Vorgänger und ist dabei vielleicht noch ein Stück näher dran am Sound von Kenton Slash Demon, dem Nebenprojekt der beiden WSGM-Member Jonas Kenton und Silas Moldenhawer. Natürlich ist Infinity Pool etwas weniger tanzbar, aber auf eine dunkle Art tief im Synthesizer Pop der 80er und 90er verwurzelt. Hier fügen sich Vonsilds markante, dieses mal überraschend Antony Hegarty-eske Vocals in kleine Pop Songs, die mal an The Knife oder M83-Synth Bombast und dann wieder an vollmundige James Blake-Schmonzetten erinnern, nur um dann wie bei „Love and Respect“ (feat. Killer Mike) mit waschechtem Hip-Hop um die Ecke zu kommen. WSGM machen auf „Infinity Pool“ einfach lupenreinen Pop, der, wie viele guten Pop-Platten, in keine Schublade passen will und gerade deswegen funktioniert. Auch wenn man sich auf Albumlänge vielleicht gelegentlich etwas mehr Mut zu weniger 3-minütigem Wohlklang und mehr Rohheit und Experiment wünscht. SD

(aus Groove No. 143)

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