Dollkraut – „Schimanski’s Black Lullabies“ (The Gym)

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Ob Schimanski’s Black Lullabies jetzt tatsächlich auf unseren liebsten Tatort-Kommisar anspielt sei dahingestellt. Die Referenz passt aber in jedem Fall vortrefflich: hat Dollkrauts Semi-Clubhit „Loot“ noch verwegen eine Finte gen Dancefloor angedeutet, würde die schrullige Mischung auf seinem Debüt-Album tatsächlich hervorragend zu vergilbten Tatort-Bildern aus der Schimanski-Ära passen. Hier trifft krautiger LoFi-Sound auf 80’er Electro Funk, Vocoder Pop und 70’er Spaghetti Western Score, und der Niederländer Pascal Pinkert, so Dollkrauts bürgerlicher Name, singt zwischendurch ein paar Zeilen und klopft fröhlich den Takt auf der Cowbell. Das klingt dann auch gelegentlich weniger nach dröger Duisburger Tatort-Krimikost, sondern nach sonnig strahlenden Miami Vice-Episoden, zeichnet sich aber immer durch einen gewissen LoFi-Charme aus, der das ganze mit einer retro-futuristischen Vintage-Patina hintersetzt. So richtig blüht das Ganze auf, wenn alle Ironie in die Dunkelheit der Nacht entweicht, wie beim an IF erinnernden Elektro-Epos „Fire“. Schimanski’s Black Lullabies sind so eigenwillig wie hochgradig cinematisch und scheinen bei The Gym gut aufgehoben. SD

(aus Groove No. 151)

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