Vril – „Portal“ (Delsin)

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Nicht erst seit „Vortekz“, der Vorgänger-EP auf Delsin, steht fest, dass hier einer kompromisslosen Dub Techno macht. Kompromislos vor allem, weil es bei Vril nie um stromlinienförmige Oberflächen und neumodisches Minimal-Dekor geht, sondern um energetischen, rohen Dub Techno im besten Früh-90er Sinne. Das ist nicht nur in Sachen minimalistischer Öffentlichkeitsarbeit sondern auch in Punkto Sound so nah an Basic Channel, wie nur eben möglich, ohne gleich Ernestus und von Oswald zu heißen. So stark wie die durchnumerierten Tracks auf dem auf Delsin erschienenen „Torus“-Nachfolger Portal, hat mich schon lange keine Musik mehr an die magischen Momente des Strobo-verseuchten Techno-Eskapismus der Anfangszeit erinnert. Genauer gesagt an ebenjene Platten, die schon damals genau den richtigen Spot zwischen roher Stoik und verhallter Deepness fanden. Techno, der so ungestüm wie hypnotisch kontemplativ ist, bei dem einige wenige Chords gegeneinanderlaufende Erzählstränge formen und von zischelnden Hi-Hats und peitschenden Snares vorangetrieben werden, um irgendwo in der Unendlichkeit zu verschwinden. Ein Album für die Ewigkeit. SD

(aus Groove No. 152)

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