Purity Ring – „Another Eternity“ (4AD)

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Das Debüt-Album von Purity Ring, „Shrines“, zeichnete sich noch durch omnipräsente Vielschichtigkeit und ambivalente, schwer greifbare Songs aus, die dazu führten dass die Kanadier gerne mal im Witch House Kontext verhandelt wurden, und sich ansonsten irgendwo an der Schnittmenge aus Elektronika, Rave und Dubstep zu verordnen schienen. Another Eternity scheint vordergründig nur geringfügig an den Stellschrauben zu drehen, aber übertritt damit trotzdem eine Schwelle, die jegliche Mehrdeutigkeiten verschwinden läßt. Liess sich das Debüt-Album noch als Pop-kompatibles Grenzgängertum verhandeln, bleibt bei Another Eternity vor allem der „Pop“ stehen, und zwar die ganze Kaugummi-Breitseite. Die drei- bis vier-Minütigen, stark überzuckerten Songs lassen die vielseitige Sozialisation der beiden aus Punk, Hip Hop und Elektronischem nur noch als Randnotiz zu und verlegen sich vollkommen darauf, als amalgamierende Pop-Dramen aus aufgerissenen Cabrio-Subwoofern zu dröhnen. Das mag den ein oder anderen ratlos zurücklassen, und andere wiederum zum euphorischen Aufreißen des Lautstärke-Reglers motivieren. Purity Ring schaffen hier die Seifenblasen unter den Popsongs: schimmert alles toll für den Moment, aber nur um alsbald schon wieder vom nächsten glitzernden Etwas abgelöst zu werden. SD

(aus Groove No. 153)

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