Walls – „Urals“ (Ecstatic)

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Mit Urals schließen die Walls nicht nur ihre Album-Trilogie ab, die 2010 mit dem selbstbetitelten Debütalbum, damals noch auf Kompakt, begonnen wurde. Sondern Alessio Natalizia and Sam Willis kündigen ganz nebenbei noch an, dass dies ihr letztes Album unter dem Walls-Alias sein wird. Der Sound des auf dem hauseigenen Ecstatic-Label erschienenen Albums fängt im Grund da an, wo „Coracle“ vor nicht gar zu langer Zeit aufhörte. Shoegaze-ige Soundwände, unterkühlter Germanischer Synth-Sound der manchmal an DAF und manchmal an krautigere Derivate der kreativen 70er Elektronik-Szene wie Cluster und Co erinnert, und repetitiver Gitarreneinsatz entziehen sich mehr oder weniger gelicher Schubladisierung. Der schrullige Begriff „Ambient Techno Rock“, der im Walls-Kontext tatsächlich schon auftauchte, klingt vielleicht doch zu grobschlächtig, um es einfach so stehen zu lassen, scheint aber gelegentlich und in Ermangelung besserer Stereotypen tatsächlich auf den ein oder anderen Track auf Urals zuzutreffen, Auf jeden Fall ist Urals eines dieser Werke, die sich vor allem als Live-Spektakel erschließen werden, als Tonträger aber doch immer wieder auch etwas Phantasie einfordern. Und das ist ja im Musik-Kontext im Grunde auch eine gute Sache. SD

(aus Groove No. 153)

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