Nocturnal Sunshine – „Nocturnal Sunshine“ (I/AM/ME/Rough Trade)

Falls es jemand bei ihrer ersten EP als Nocturnal Sunshine auf Lick My Deck Skunkworks noch nicht mitbekommen hat: Nocturnal Sunshine ist niemand geringerer als Maya Jane Coles. Und als ob es des Hypes noch nicht genug wäre, könnte Ihr Debüt-Album unter ihrem Bass Musik-Alter Ego ein ähnliches Medieninteresse wie ihre vorangegangenen VÖs erfahren. Auf ihrem eigenem Label I/AM/ME veröffentlicht, transportiert Nocturnal Sunshine den typisch warmen und dunkel eskapistischen Character von Maya Jane Coles-Tracks in ein etwas dubsteppigeres Gefilde, ohne dabei die Affinität zu wohlig dunkler Subbass-Wattierung und einnehmenden Hooks mit Pop-Appeal zu verlieren. Vocals, zum Teil ihre eigenen, verleihen dem Ganzen einen oft sehr Pop-kompatiblen Ohrwurm-Appeal, der aber Potential für massive Clubslammer in keiner Weise auszuschließen scheint. Das Album mag sich auch nicht so recht für obligatorische Klischee-Wobbelbässe schämen, was dem allgemeinen Charme aber nur unwesentlich Abbruch tut. Selbst bei den Tracks, die Puristen eher nur mit der Kneifzange anfassen würden, bleibt genug Club-Appeal und Deepness, dass man sie sich immer noch – im richtigen Moment gezückt – als Dancefloor-Geheimwaffe vorstellen kann, oder aber zumindest voller Spannung auf die Remixes warten möchte. SD

(aus Groove No. 154)

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