Voices From The Lake – „Live at MAXXI“ (Editions Mego)

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Gemeinsam mit Neel hat Donato Dozzy als VFTL eines der Alben des Jahres 2012 geschaffen, das mit mäandernd hypnotischem Ambient Techno so zwischen den Stühlen saß, daß sie eine Lücke füllten, von der man nicht mal ahnte, dass es sie gibt. Wer hätte schon gedacht, dass zwischen Basic Channel, Chain Reaction und athmosphärischem Ambient noch so viel Raum für derartig berückende und dabei doch absolut eigenständige Musik ist. Während Dozzy ansonsten zwischen massiven Maschinen-Techno-Tracks und dronigem Ambient zu alternieren scheint, schlägt das in Rom aufgezeichnete Live Recording Live at MAXXI klarer in Richtung elegischer Athmosphäre aus, was vielleicht auch am museal schöngeistigen Kontext des Gigs gelegen haben mag. Die sieben Tracks scheinen mal in tief verhallte Unterwasserwelten abzutauchen, dann in Tangerine Dream’igen Synth-Barock überzugehen, wie beim wunderbaren Paolo Conte Cover „Max“, und lassen gelegentlich auch den Genius des VFTL Debüt-Albums aufblitzen. Letzteres vor allem in Momenten, in denen sich die verrauschten Texturen mit reduziert repetitiver Rhythmik zu jenem hypnotischen Meditationssoundtrack aufschwingen, der schon das Vorgängeralbum zu dem großen Wurf gemacht haben, der es immer noch ist. SD

(aus Groove No. 155)

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