Darkstar – „Foam Island“ (Warp)

Aiden Whalley und James Young waren und sind trotz allem internationalen Erfolg sehr ihren Wurzeln im englischen Norden verbunden. War ihr Debüt-Album, damals noch auf Hyperdub, schon ganz direkt „North“ betitelt, setzen sie sich auf ihrem nunmehr dritten Album Foam Island mit den sozialen Bedingungen der Mitt- und End-Zwanziger in ihrer Heimat in West Yorkshire auseinander: das Album wird unter anderem von Ausschnitten aus Interviews im englischen Städtchen Huddersfield getragen, die gemeinsam mit Aidens Vocals das Album prägen. Der Musik selber merkt man das schwergewichtige Thema nicht an: die fast noch einen Tick eingängigeren Songs zwischen Future-Pop und R&B lassen sich höchstens noch aus sehr weiter Ferne als Post-Dubstep verorten, sind aber im Grunde lupenreiner Pop mit Elektronika- und R&B-Sozialisation. Damit sind sie also weitab von verkopftem Betroffenheits-Pop, sondern schaffen es, ihre Message in leichtfüssigen, sommerlich poppigen Perlen zu verpacken, wobei die Nähe zu Hip Hop und R&B ganz besonders bei der Neptunes-artigen Funkyness von „Inherent in the Fibre“, „Pin Secure“ oder „Days Burn Blue“ zutage tritt. Zeitkritische Statements sieht man höchstselten so leichtfüßig verpackt, und nicht zuletzt dafür gebührt den beiden Anerkennung. SD

(aus Groove No. 156)

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