Cubenx – „Elegiac“ (Infiné)

Cesar Urbina alias Cubenx hat schon mit seinem ersten Album „On Your Own Again“ gezeigt, dass sich seine Musik nur schwer in Schubladen stecken lässt und so bei Agorias Infinè-Label bestens aufgehoben ist, einem der sicher stilistisch offensten Labels überhaupt. Standen beim Vorgänger noch ein Songlastiger Indie-Ansatz mit gelegentlichem House-Einschlag und eine Vielzahl möglicher Referenzpunkte im Zentrum, geht Elegiac einen Schritt in eine andere, cinematischere Richtung, die vom dramatischen Opener „F.All“ perfekt auf den Punkt gebracht wird. Zwischen flirrendem Ambient, Post-Dubstep („Treasures“), dunkel euphorisierenden 80er-Pathos („Our Fire“, „Banquet“) und Apparet-esken Shoegaze-Dramen („Roßbach“) bietet Elegiac eine wunderbare Spielwiese, um Facetten auszuloten und zu zeigen, wie schnuppe dem Mexikaner Genregrenzen sind. Einen gewissen Pop-Appeal kann man dem Album aber ebenfalls zusprechen, was vor allem am offenherzigen Umgang mit Melodien und Harmonien und der starken Präsenz der Gast-Vokalistinnen aus Mexiko, Berlin, Libanon oder Frankreich liegt. Elegiac ist im Grunde genau das, was man von einem „zweiten Album“ im besten Falle erwartet: ein konsequente Verlängerung des ersten, die aber an Reife und Detailreichtum gewachsen ist und dadurch neue Tore öffnet. SD

(aus Groove No. 157)

Advertisements