Deepchord – „Ultraviolet Music“ (Soma)

Nach Ausflügen in Soundtrackartige Soundwände z.B. mit den „20 Electrostatic Soundfields“, wendet sich Deepchord wieder seinem Signature Sound zu, und versinkt auf Ultraviolet Music in einem dicken Teppich aus Hall, Rauschen, Chords und mal mehr mal weniger direkten Bassdrums. Perfekte Musik, die mit einem Bein noch mitten im morgendlich willenlosen Schwebezustand auf dem vernebelten Dancefloor steht und mit dem anderen schon Club und Realitätsverlust hinter sich gelassen hat und in ein morgendlich sediertes Grundrauschen enteilt, bei dem nur noch in ganz weiter Ferne mal eine Bassdrum nachhallt. Hier klingen die Voigt’schen Gas-Hallräume genauso an wie klassische Berliner Schule ala Chain Reaction/Basic Channel, gelegentlich gepaart mit der swingenden (Dub Techno-)Funkyness eines Jichael Mackson. Alles in allem wirkt das wie ein Ur-Destillat von Dub Techno und seiner Spielarten im weiten Spektrum zwischen Echokammer-Grundrauschen und halluzinogenem Dub Techno. Zwischen Soundwänden und Ahnungen von Melodie und Groove wird auf den 21 epischen Stücken sehr viel nur angedeutet und eben nicht direkt ausgesprochen. Und gerade daraus zieht das Album seine Spannung, Perfektion und Erhabenheit, mit der es den Hörer unaufhörlich in einen Sog zieht. Vielleicht fügt Rob Modell dem Genre hier nur wenig neue Facetten hinzu, reizt dafür aber die Bestehenden in einer Perfektion und Vielschichtigkeit aus, dass man Ultraviolet Music getrost zu den wichtigsten Dub Techno-Alben der letzten Jahre zählen kann. Und es ist auch eines, das zumindest für mich im absolut richtigen Zeitpunkt kommt. SD

(aus Groove No. 157)

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