February & Mars – „February & Mars“ (Mojuba)

Wenn Künstler zu ihren Referenzen sowohl Eno und Detroit als auch die Guns’n’Roses zählen, kann das natürlich auch ganz böse in die Hose gehen. Wenn die Gefahr beim Debüt-Album von February & Mars bestünde, würde es aber sicher nicht bei Mojuba, Don Williams Berliner Schmiede für stilsichere Dancefloor-Deepness erscheinen. Überraschend ist der Sound der beiden Iren hier aber nichtsdestotrotz, vor allem die Kompromisslosigkeit mit der hier den 80ern gehuldigt wird, und die Songs zwischen Cosmic, Wave, Proto House, großen Schulter-gepolsterten Gesten mit ungenierter Föhntolle und Indie-Poppigem mäandern. Pole, die bei zum Beispiel „Jump City“ und „The Farmer’s Song“ am Pop-Kompatibelsten ausgelebt werden. Dabei sind die beiden aber trotzdem ganz weit von Fake-Retro und Electro-Clash entfernt, vor allem da die durchweg Dancefloor-affinen Songs – mit Betonung auf „Song“ – immer so authentisch und nah an ihren Vorbildern sind, daß sie auf Oberflächen-wirksame Stilmittel verzichten können und hier einfach mit analogen Mitteln absolut authentischen Wave-Pop aus dem Ärmel schütteln. Als aktuelle Referenzen fallen hier die poppigeren Werke aus den Full Pupp- oder Eskimo Recordings-Katalogen ein, aber in der Stringenz wie bei February & Mars wurde Deepness, Wave und Pop bisher selten zusammengerührt. SD

(aus Groove No. 157)

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