Animal Collective – „Painting With“ (Domino)

Das aktuelle Animal Collective Album kommt dem Titel (Painting With) entsprechend tatsächlich mehr wie ein Gemälde denn ein klassisches Album daher. Und wie von den Wahl-New Yorker Schreihälsen Dave Portner, Panda Bear, Brian Weitz und Josh Dibb zu erwarten, manifestiert sich derartige Lautmalerei nicht in impressionistischer Schönfärberei, sondern hüpft hyperaktiv und fröhlich jauchzend zwischen Dada- und Kubismus hin und her, und will offenbar am allerliebsten als Gesamtkunstwerk verstanden und geliebt werden. Die Verbindung von catchy Melodien, den beherzten und oft scheinbar sinnbefreiten Vocals und den gewohnt polyrthythmischen Beats klingt nicht nur beim ersten Hören ganz schwer nach einer halluzinogen überdrehten Variante der Beatles, auch wenn derart Tautologisches das Gesamtkunstwerk Animal Collective natürlich nur bedingt beschreiben kann. Das hier auch noch Größen wie der begnadete Saxofonist Colin Stetson oder John Cale mitgewirkt haben – beim symptomatisch benannten „Flori Dada“ bzw. „Hocus Pocus“ – ist auf jeden Fall eine Bemerkung wert, aber kann den eh schon farbenfroh genreübergreifenden Reigen nicht wirklich noch weiter aufmachen und geht im überbordend und stets Haken schlagenden Sound des Albums fast etwas unter. Ein Album das über einen fällt wie eine Horde ritalinisierte Kinder beim Kindergeburtstag. Wenn man vorbereitet ist und sich drauf einlässt, also ein Riesenspass. SD

(aus Groove No. 159)

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