Liima – „ii“ (4AD/Beggars)

Für all jene, für die bei der Auflösung von Efterklang eine kleine Welt zusammengebrochen ist, kommt nun Rettung. Und zwar in Form von Liima, dem gemeinsamen Projekt der drei Efterklangs Mads Brauer, Rasmus Stolberg und Casper Clausen und dem finnischen Perkussionisten Tatu Rönkkö. Die gesteckte Erwartungshaltung bedient das Debüt-Album ii auch sehr akkurat, klingen die zehn neuen Songs doch im Grunde tatsächlich wie eine Rhythmus- und Elektroniklastigere Variante von Efterklangs. Caspers vielseitige Stimme zeigt einem beim Opener „Your Heart“ gleich, wie schmerzlich man sie doch seit Efterklangs letztem Album Piramida vermisst hatte und offenbart sich hier in all ihren Facetten, zwischen ergreifender Leidenschaftlichkeit, Bryan Ferry-esker Larmoyanz („Amerika“) und Sprechgesangsausflügen („Roger Waters“). Neue Facetten gibt es reichlich, schafft ii doch Raum für eine Funkyness, die man früher in Efterklang-Songs nur wesentlich subtiler entdecken konnte, und schlägt dabei gelegentlich auch mal ungewohnt diskoide („Trains in the Dark“) oder auch mal stark 80er-inspirierte Pfade ein („Black Beach“, „Change of Time“). Dem ungefilterten Efterklang-Charme tut das vielleicht nicht immer gut, aber dafür sind das hier ja auch Liima, und eben nicht Efterklang. Auf die geplanten Live-Shows darf man in jedem Fall gespannt sein. SD

(aus Groove No. 159)

Advertisements