Dino Sabatini – „Omonimo“ (Outis Music)

Dino Sabatini kennt man primär von seinem recht kompromißlosen Maschinentechno auf Labels wie Stroboscopic Artefacts oder Prologue, der nur selten Gefangene macht und mit hypnotisch marschierenden Techno-Epen zum Kontrollverlust einlädt bzw. diesen gleich zum bedingungslosen Imperativ macht. Da überrascht es dann doch ein bißchen, dass sich sein neues Album auf seinem eigenen Outis Music-Imprint so gar nicht für den Dancefloor interessiert, sondern klassischem Ambient huldigt, der an die große Zeit des Genres in den Mitt-90ern zwischen Mixmaster Morris, Sun Electric, Future Sound of London und Space Night-Klischees erinnert. Das hypnotisch kontemplative Element seiner Techno-Monster projeziert der Italiener hier auf verträumt vor sich hin mäandernde Ambientwolken und greift dabei auch gerne mal komplett schambefreit in die Ambient-Klamottenkiste. Während Omonimo an einigen Stellen wunderbar zum Driften einlädt, wecken tribalistische Vocal Samples und Percussions, Jean Michel Jarre-iger Synthiepomp und allerlei Ethno-Stereotypen leider gelegentlich auch wieder Erinnerungen an schamanistische Ambient-Esoterik-Blaupausen, denen man sich eigentlich schon lange glücklich entronnen sah. Die obligatorischen Wal-Gesänge läßt das Album zum Glück dann doch nicht aus dem Sack, aber etwas weniger Hang zu Revivalsounds wäre hier an einigen Stellen dann doch mehr gewesen. SD

(aus Groove No. 160)

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