Ry X – „Dawn“ (Infectious)

Nach Alben mit The Acid und als The Howling (gemeinsam mit Frank Wiedemann), macht Ry X/Ry Cuming es nun alleine und veröffentlich sein Solo-Debüt auf dem BMG-Sublabel Infectious, bei dem er auch schon mit The Acid veröffentlichte. Dawn wird der gesteckten Erwartungshaltung gerecht: das Album klingt wie eine intimere und persönlichere Variante seiner Band-Projekte, läßt Stimme und Song mehr Raum zwischen klassischen Folk-Einflüssen, Piano, Gitarre, Shoegaze-igem und einer zwischen Folk und Pathos wandelnden, zeitlosen 70er Patina, die auch vor dem ganz großen Drama nicht zurückschreckt. Das erinnert gelegentlich an die wohlig schöne Gefühlsduselei von Bon Iver (z.B. „Salt“) und schwingt sich in den entrücktesten Momenten dann zu etwas ganz Eigenem auf, was die wunderbaren Mini-Dramen „Deliverance“ und „Haste“ ganz besonders untermauern, bei denen bezeichnenderweise auch eine unterschwellige Bassdrum einen rhythmischen Rahmen vorgibt. Stand The Howling’s Album noch ein bisschen unter dem Hype-Generalverdacht, nicht zuletzt durch den Überraschungserfolg des gleichnamigen Songs (den es auf Dawn übrigens auch zu hören gibt), scheint sich Ry X hier mit einem persönlichen, zeitlosen und entspannt in sich ruhenden Album vollständig frei zu schwimmen. SD

(aus Groove No. 160)

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