Road Hog – „Tour De Hog“ (Self-Released)

Wenn man mal von der Innenstadt-Hysterie Manhattans absieht, ist Autofahren in den Vereinigten Staaten ja eine eher kontemplative Angelegenheit: endlose Highways, Landstrassen oder Vorstadtmonotonie. Galcher Lustwerks Projekt Road Hog widmet sich voll und ganz diesem Thema und überführt das kontemplative Element des Autofahrens in sieben neue Tracks zwischen Deep House und old-schooligen Dub Techno-Rohbauten. Fielen die Titel der Tracks des Vorgängeralbums „D.W.B.“ noch relativ unverblümt mit der Tür ins Haus („The FUCK Outta My Lane“), muss man sich bei seinem neuen Werk Tour De Hog schon ein stückweit selbst auf die Reise begeben: die Tracks sind nach Locations in Ohio benannt, für die Galcher Lustwerk auf Nachfrage auch gerne Geokoordinaten bzw. Google StreetView Links nachschiebt. Die Bandbreite umfaßt Vorstadt Boulevards („Fairmount“) mit Elektrosounds, explorativen Märschen durch zischelnde Industriebrachen („Industrial Valley“), funky discoiden Kleinstadtidyllen („Lee“) oder repetitivem Deep/Dub House in den Suburbs („East Overlook“). Zu den warmen und sympathisch old-schooligen Tracks des Albums läßt sich tatsächlich wunderbar durch die sonnengefluteten Landschaften auf StreetView browsen, was so eigentlich auch die bessere – weil interaktivere – Musikvideoalternative ist. SD

(aus Groove No. 161)

Advertisements